Tusnelda

NagellackeFrag ich mich doch letztens woher der Begriff Tussi kommt, von Tusnelda? Es könnte natürlich auch aus dem lateinischen kommen und das weibliche Äquivalent zu Torero sein. Oder eine Mischung aus Opossum, Tunnelblick mit Querverweis aufs Nagellack-Regal?

Da habe ich doch geschwind mal nachgeguckt und Tusnelda stammt von der althochdeutschen Thusnelda ab, von thurs (Riese) und hiltja (Kampf). Bekannte Leute gibt es dazu keine, beliebt war der Name nie und Nagellack gab es vermutlich auch noch nicht. Tussi selbst ergibt keinen Treffer in der Namensbank, aber jetzt kenn’ ich mich aus.

Stoffwechseltropfen

Foto eines FläschchensAb und zu begegnen mir Sachen, da denk ich, das ist jetzt mal ein super Zeug. So geht es mir mit den homöopathischen Tropfen, die den Stoffwechsel anregen und die ich seit Monaten in meine Wasserkaraffe kippe. Ich argwöhne, dass ich die nie mehr absetzen kann, weil mein Stoffwechsel dann gänzlich zum erliegen kommt.

Manchmal ertappe ich mich bei der Überlegung, was mach ich, wenn es Krieg gibt und alle Apotheken sind geschlossen? Naja, vermutlich brauche ich dann keine stoffwechselanregenden Substanzen mehr, so ein Krieg ist ja ein ziemlicher Stress.

Weinspass

Schildcartoon für den Weinverkauf«Weinspass… beim Preis und im Glas!»

Jahrzehntelang bin ich an diesem Schild vorbeigefahren und habe mich jedes Mal gefragt «Hä?». Wieso schiesst das Huhn dem Schwein den Korken in den «Ar…», sieht aus wie Tierporno, ist das nicht anrüchig?

Vor kurzem sind wir langsam mit dem Fahrrad daran vorbei und zum ersten Mal sehe ich, dass das Schwein seinen Ringelschwanz als Korkenzieher einsetzt, hm, manchmal bin ich glaub ich blöd.

Alarm

nur grau
Alltagsgrau

Nachdem ich das ganze Wochenende in der, im Nachhinein unbegründeten, Angst verbracht habe, dass das angekündigte Einschreiben schon wieder ein sauteurer Strafzettel ist, und ich dann am Samstag auch noch im Galopp vom Pferd gefallen bin, sehnte ich mich zutiefst nach etwas mehr Alltagsgrau.

Zur Entspannung bin ich ins Schwimmbad gegangen. Nach nur vier Bahnen ging die Sirene los, Feueralarm, Schulkinder und Babyschwimmen, alles raus und bitte sammeln in den Fluren. Da es kalt war, haben sie erst Handtücher verteilt und uns dann nebenan im Saunabereich abgestellt.

Dort erfolgte dreimal hintereinander die Durchsage: «Achtung, Achtung, besonders auch an die Kinder, Achtung, es kann sein, dass Sie auf nackte Menschen treffen. Das ist okay, die dürfen hier nackt sein, weil das hier ist ein Saunabereich.»

Blattmusik

Foto BlaetterAn einem warmen Sommermorgen habe ich einen Arzttermin. Vor dem Ärztehaus fegt ein Mann Blätter zusammen. Neben ihm steht ein weiterer Mann und pfeift auf einem Blatt das Lied „Guten Abend, gute Nacht“. Soweit habe ich die Situation erfasst, als der Erste mich aufklärt „Er pfeift auf einem Blatt!“, „Ja“ sage ich „und schön macht er das“, die Titelauswahl lasse ich an der Stelle unkommentiert.

Später im Wartezimmer hört man ihn auf der Strasse weiterpfeifen. Ein kleiner Junge fragt seine Mama: „Was ist das für Musik?“, die Mama rät „Glaub‘ Trompete“. Ich mische mich ein und erkläre es ihm. In gleichen Moment höre die Sprechstundenhilfe zum Arzt sagen: „Das ist der Fahrer von einer Patientin, der, der die schöne Musik macht“. Ob der „Fahrer“ weiss, wie viele Menschenleben er mit seiner Musik berührt?

Krimidinner

Umriss eines KoerpersLetzten November war ich zum ersten Mal bei einem Krimidinner. Sagen wir mal, ich habe es mir anders vorgestellt, aber egal. Als Menü gab es Kartoffelpüree mit Maispoularde (Huhn) und Karotten. Da sagt mein Tischnachbar, bis anhin den ganzen Abend überaus schweigsam, aus heiterem Himmel:

Ohne die Karotten wäre das ganze Essen beige!

 

Fragen

Foto aus Flugzeug mit WolkenIm Flugzeug, beim Landeanflug nach Dublin fliegen wir durch dichte Wolken und minutenlang ist draussen alles nur weiss. In der Reihe hinter mir fragt ein Junge etwas vorwurfsvoll: „Wo ist denn jetzt Gott?“, die Mutter antwortet: „Weiter weg“, der Bub insistiert: „Wooo?“, die Mutter: „Da wo die Sonne scheint“. Der Kleine seufzt erleichtert auf: „Ach so, der wohnt  in Spanien!“

Macher

Bild mit CocktailIch werde Zeuge folgender Unterhaltung zwischen einem Café-Besitzer und einem Gast. Sagt der Café-Besitzer: „Ja, das mit den Mixgetränken, das machen wir jetzt halt, das ist jetzt modern.“ Sagt der Gast: „Also ich mach ja immer was mein Vater sagt und mein Vater sagt: Mach nichts“.

Berufsqualifikation

WappenMein Physiotherapeut hat starke Hände und bringt ausgezeichnete Qualifikationen als Würger mit. Dank schwarzem Humor haben wir herzlich darüber gelacht, aber eigentlich ist es nicht von der Hand zu weisen. Als möglichen Arbeitgeber stelle ich mir das Militär vor, vielleicht auch nur auf Workshop-Ebene. Wie würge ich schnell und nachhaltig? Nur nicht „verwürgen“ und als theoretischen Teil: „Atemwege – von der Funktion zur Dysfunktion“. Jederzeit erweiterbar durch „Erhängen leicht gemacht“ oder „Die häufigsten Fehler beim vorgetäuschten Erhängen“. Letzteres beinhaltet dann unbedingt den einzuhaltenden Abstand des aufgestellten Stuhles zu den Füssen der Leiche….jetzt komme ich in Fahrt, aber hallo….

Grenzwertig

Fahne EUIch lebe an einer EU-Außengrenze und fahre häufig ins EU-Ausland, da hat es oft noch lebendige Zöllner an den Ein- und Ausgängen. Bei einer dieser Fahrten ist mir kürzlich eine interessante Art von perfidem Machtgebrauch aufgefallen. Ich fahre so ganz langsam an den Zöllner ran, er reagiert nicht, er reagiert nicht, er reagiert nicht, um dann, im aller letzen Moment bevor der Motor abstellt, plötzlich doch mit angedeutetem Fingerzeig durch zu winken. Und jetzt würg´ mal die Karre nicht ab, das Schmunzeln willst Du nicht sehen.

Müllschleuse

Muellkarte fuer MuellschleuseUnser Haus besitzt eine Müllschleuse und hierfür gibt es eine Karte. Die hebt man vor die Müllschleuse und die Klappe öffnet sich, jedes Öffnen kostet. Da meine Karte nach Jahrzehnten in Gebrauch ziemlich verschlunzt ist und bei Regenwetter erst nach gefühlt 17 Anläufen öffnet, wollte ich mir eine Neue besorgen.

Ich schreibe an die Abfallwirtschaft und schildere mein Anliegen. Einen Tag später schreibt mir das Service-Team: Schicken Sie uns Ihre Karte bitte ein, wir prüfen sie und senden Ihnen dann eventuell eine Neue. Hm. Ich schreibe wieder und erkläre: „Selbst unter günstigsten Umständen stehe ich 1-2 Wochen ohne Karte da, wohin tue ich denn in der Zeit den Müll? Vielleicht sollte ich die Karte lieber behalten bis sie auseinander fällt?“. Wieder einen Tag später die nette Nachricht vom Service Team: „In Ordnung, wir akzeptieren Ihre Entscheidung die Karte zu behalten.“ So nett.

Wackelauto

mechanische KinderspielgeraeteNeben unserem Kaufhaus sitzt ein mutmassliches Flüchtlingskind auf dem „Wackelauto“ oder wie diese mechanischen Wackelgeräte im Niedrigpreisbereich für Kinder so heissen. Der Junge macht „brumbrum“ und ich denke „Hey, ich spendier’ Dir den Ride“ und nähere mich. Das Kind schaut mich entsetzt an und kriegt Angst vor der grossen deutschen Frau, die ihm ein 10cent-Stück hinhält. Jetzt fühle ich mich doch sehr komisch, zumal von der benachbarten Bank der Vater „danke, danke, danke“ ruft, was angesichts der Bargeldmenge echt übertrieben ist. Derweil versucht sich der Kleine an mir vorbeizudrücken. Keiner hat mehr Spass.

Betreten lege ich das 10cent Stück auf den Apparat und nehme mir fest vor alle Andersartigen anzulächeln. Ich glaube sie brauchen jeden freundlichen Blick.