Sorgen

Zigarettenschachtelaufdruck Rauchen bedroht die PotenzRauchen bedroht Ihre Potenz.

An der Supermarktkasse komme ich auf die Höhe der Zigaretten und gucke mir die Fotos auf den Zigaretten-Schachteln an, Katastrophenkrankheiten durchs Rauchen verursacht. Die Ekelteil-Reihe ist unterbrochen durch das Foto des jungen Mannes, der besorgt nach unten guckt. Bevor ich weiterlese frage ich mich:

–       Hat er «Rücken» und kann sich nicht nach einem Geldschein bücken?

–       Überlegt er: Muss ich Zehnägel schneiden oder heben die noch?

–       Vermutlich kann er sich nicht zwischen der weinroten und der blauen Strumpfhose entscheiden, weil er im Schultheater einen «Knappen» spielt.

Ich lese weiter, okay, dann weiss ich das jetzt auch, Männer diagnostizieren Potenzprobleme indem sie einfach mal nachgucken

Luft

Foto Zutaten eines FettesNachdem manche Öle ja eine wenig rühmliche Vorgeschichte mitbringen, lese ich im Supermarkt gewissenhaft das Kleingedruckte.

Mein Bruder macht das auch und schickt mir dieses Foto mit der Zutatenliste eines Fettproduktes: Pflanzliche Fette (Palm, Kokos), Sonnenblumenöl, Luft.

Ja, Luft. Da Luft kaum Kalorien hat, ist das sicher diätgeeignet.

 

Abstand

Foto Schild wie im Text beschriebenEin Schild mit «Männle», eventuell genderfeindlich oder «neutral» dargestellt. Ich stelle mir gerade vor wie so ein Schild politisch korrekt aussieht und muss kichern, «Frauen-Männle» mit Röcken sind ja sowas von Achtziger und «divers» dann regenbogenfarben? Aber das ist «vierfarb» und kostet extra.

Auf dem Schild steht 1,5 Meter Abstand halten und es klebt im Flur der Firma. Mit etwas Abstand lese ich «15» Meter Abstand halten und auch das stelle ich mir vor, nochmal kicher.

 

Schonung

Foto schöner BHIn der Küche haben wir eine «kleines» Küchenlicht, das ist besonders gemütlich. Jedes Mal, wenn ich die Küche verlasse, mache ich es gleich wieder aus. Weil ich es schonen möchte, dass es länger lebt und sich bloss nicht überanstrengt.

Genauso geht es mir mit der schönen Unterwäsche. Die liegt ganz unten und wird für besondere Gelegenheiten gespart, da trage ich doch lieber Baumwolle bis der «Grauschleier» siegt. Ich weiss gar nicht, ob die «Schöne» noch passt, vielleicht brauche ich neue «Schöne», die leg ich dann wieder drunter.

Leben im Hier und später mal.

 

Altern

KinderfotoDa ich nicht über Schönheit definiere, altere ich entspannt, ich habe das mal kurz zusammengefasst:

Von null bis dreissig dachte ich, Altern passiert nur den Anderen. Bis dahin konnte ich auch Nächte durchfeiern und straffrei durcheinandertrinken. Meinen dreissigsten Geburtstag habe ich verpennt und am 31.sigsten in Demut Danke-Briefe an alle geschrieben. Daraufhin kamen diverse Rückfragen, ob ich mich jetzt umbringe?

Das habe ich überlebt und mit 35 das «Prinzen-Schimmel-Ding» in die Tonne geklopft, aber vorerst fand ich das Leben eher anstrengend. Bei ca. 45 Jahren ist Zenit und huch, plötzlich gucke ich über die Kante und ein Berufsleben-Ende kommt in Sicht. Spätestens da geht es in die Auseinandersetzung mit «Was will ich?», «War es das?» und «Was muss ich noch aufräumen in mir, um dahin zu kommen, wovon ich heute noch nicht weiss, dass ich da hinwill».

Letzteres muss nicht zwangsläufig das «Beste» für einen sein. Da, so um die 45, ist der Tiefpunkt des Lebens-Wohlbefindens, könnt Ihr nachlesen. Ab 50, sagt die Statistik, geht es wieder bergauf. Viel weiter weiss ich auch noch nicht.

Nur so.

Lebenswert

Foto Wolke in Form eines SchweinesEine Freundin fragt mich: «Lebst Du oder überlebst Du eher?»

Uff, ich denke ein wenig nach und muss mir eingestehen, dass ich über lange Strecken eher überlebe, natürlich sau-gut organisiert. Aber was macht es denn lebenswert, dieses «ich halte es halt mal aus, weil die Alternative so gnadenlos endgültig ist»-Ding?

Naja, vielleicht dass heute Morgen ein Vogelpaar die von mir angebotene Immobilie inspiziert hat? Gummibärle, oder diese entzückende Schweinchenwolke?

DAS hätte ich gerne in der Schule gelernt.

 

Verzweigt

Schild wie im Text beschriebenSchild: Das Betreten des Theaterdaches ist verboten. Fehlbare werden unter Kostenfolge polizeilich verzeigt.

Ich lese erst «verzweigt» und stelle mir vor, wie sie «Ableger» von den Fehlbaren machen. Es leuchtet mir sofort ein, irgendwie müssen die Gemeinden ja zu Geld kommen, da sind so ein paar «verzweigte Fehlbare» von Vorteil.

 

Flugkuss

KussmundBeim Abschied von meinem Leihkind will ich ihr eine Kusshand zuwerfen, also Küsschen auf die eigene Hand und dann rüberpusten.

Blöderweise hatte ich genau in dem Moment einen Gestik-Blackout und vergessen wie das geht. Ich fuchtele, im Dialekt «kruschtel», mit den Fingern wild vor dem Mund herum und schmeisse das Ergebnis in ihre Richtung, wir müssen beide lachen.

Jetzt gibt es eine neue Kusshand-Unterspezies, den «Kruschtel-Kuss».

 

Bomber

Altes Foto der ToupierfrisurDa ich einige Zeit nicht zum Friseur konnte, sind die Haare recht lang und ständig im Weg. Ich quengele deswegen ein wenig rum, sagt Freund Müller zu mir: «Mach Dir doch ne´B52!» Bitte was?

B52 (bi fifty two) ist ein achtstrahliger Boing-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe von Ende der 1940ziger Jahre. In den sechziger Jahren haben sich die Damen die Haare hochtoupiert bis zum geht nicht mehr und diese Frisur war der bauchigen Flugzeugnase nachempfunden, daher B52.

Hm, dafür sind die Haare noch zu kurz und ausserdem pass ich dann nicht mehr ins Auto.