Altern

KinderfotoDa ich nicht über Schönheit definiere, altere ich entspannt, ich habe das mal kurz zusammengefasst:

Von null bis dreissig dachte ich, Altern passiert nur den Anderen. Bis dahin konnte ich auch Nächte durchfeiern und straffrei durcheinandertrinken. Meinen dreissigsten Geburtstag habe ich verpennt und am 31.sigsten in Demut Danke-Briefe an alle geschrieben. Daraufhin kamen diverse Rückfragen, ob ich mich jetzt umbringe?

Das habe ich überlebt und mit 35 das «Prinzen-Schimmel-Ding» in die Tonne geklopft, aber vorerst fand ich das Leben eher anstrengend. Bei ca. 45 Jahren ist Zenit und huch, plötzlich gucke ich über die Kante und ein Berufsleben-Ende kommt in Sicht. Spätestens da geht es in die Auseinandersetzung mit «Was will ich?», «War es das?» und «Was muss ich noch aufräumen in mir, um dahin zu kommen, wovon ich heute noch nicht weiss, dass ich da hinwill».

Letzteres muss nicht zwangsläufig das «Beste» für einen sein. Da, so um die 45, ist der Tiefpunkt des Lebens-Wohlbefindens, könnt Ihr nachlesen. Ab 50, sagt die Statistik, geht es wieder bergauf. Viel weiter weiss ich auch noch nicht.

Nur so.

Lebenswert

Foto Wolke in Form eines SchweinesEine Freundin fragt mich: «Lebst Du oder überlebst Du eher?»

Uff, ich denke ein wenig nach und muss mir eingestehen, dass ich über lange Strecken eher überlebe, natürlich sau-gut organisiert. Aber was macht es denn lebenswert, dieses «ich halte es halt mal aus, weil die Alternative so gnadenlos endgültig ist»-Ding?

Naja, vielleicht dass heute Morgen ein Vogelpaar die von mir angebotene Immobilie inspiziert hat? Gummibärle, oder diese entzückende Schweinchenwolke?

DAS hätte ich gerne in der Schule gelernt.

 

Verzweigt

Schild wie im Text beschriebenSchild: Das Betreten des Theaterdaches ist verboten. Fehlbare werden unter Kostenfolge polizeilich verzeigt.

Ich lese erst «verzweigt» und stelle mir vor, wie sie «Ableger» von den Fehlbaren machen. Es leuchtet mir sofort ein, irgendwie müssen die Gemeinden ja zu Geld kommen, da sind so ein paar «verzweigte Fehlbare» von Vorteil.

 

Flugkuss

KussmundBeim Abschied von meinem Leihkind will ich ihr eine Kusshand zuwerfen, also Küsschen auf die eigene Hand und dann rüberpusten.

Blöderweise hatte ich genau in dem Moment einen Gestik-Blackout und vergessen wie das geht. Ich fuchtele, im Dialekt «kruschtel», mit den Fingern wild vor dem Mund herum und schmeisse das Ergebnis in ihre Richtung, wir müssen beide lachen.

Jetzt gibt es eine neue Kusshand-Unterspezies, den «Kruschtel-Kuss».

 

Bomber

Altes Foto der ToupierfrisurDa ich einige Zeit nicht zum Friseur konnte, sind die Haare recht lang und ständig im Weg. Ich quengele deswegen ein wenig rum, sagt Freund Müller zu mir: «Mach Dir doch ne´B52!» Bitte was?

B52 (bi fifty two) ist ein achtstrahliger Boing-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe von Ende der 1940ziger Jahre. In den sechziger Jahren haben sich die Damen die Haare hochtoupiert bis zum geht nicht mehr und diese Frisur war der bauchigen Flugzeugnase nachempfunden, daher B52.

Hm, dafür sind die Haare noch zu kurz und ausserdem pass ich dann nicht mehr ins Auto.

 

Kopierer

Unser Kopierer lebt. Lässt jemand den Kopier-Deckel offen, macht er Geräusche wie «sssssspfftk» und ich denke, der Arme, er versucht den Deckel anzusaugen.

Manchmal hält er mittendrin an, erst nichts …nichts… und während ich darauf warte, dass er mir den Stinkefinger zeigt, beginnt er zu ruckeln «drrrdr» «drrrdr» und das Display sagt «justiere Gradation». Hä?

Also, Gradation sind die Farbabstufungen, der Kopierer justiert die Farb-Dichte für Kopieraufträge, das dauert. Der Gute bemüht sich den Verlauf von hellen und dunklen Tönen in ein optimal natürliches Kopierergebnis zu bringen. So süss.

Kraft

Vor einiger Zeit stand ein Termin im Raum, vor dem hatte ich richtig Schiss. Neben einem profunden Coaching habe ich von Medium Gwendolyn* den ultimativen Tipp gekriegt, zieh was Rotes an, das gibt Kraft. Vielleicht besser drunter, da offen rot tragen ist ja auch eine versteckte Kampfansage und bei dem Termin ging es eher um Mediation.

Natürlich habe ich das am eigenen Leib getestet und bin mit Freude los, rote Unterbuchsen kaufen. Der Termin kam gut, die Buchse hat funktioniert, fünf von fünf Sternen.

*Name geändert

 

Gründlich

Schild SpielplatzregelnKinderspielplatz bis 16 Jahre, das Törchen war abgeschlossen, weil geöffnet nur zwischen 9-19:00 Uhr. Gemäss Schild ist Zweiradfahren nicht erlaubt, Hunde sind ebenso verboten wie Ballspielen und Lärm machen. Die Abfallkörbe sind zu benutzen, ich vermute mal sie meinen für Müll, und an Spielgeräten den Helm abnehmen. Benutzung auf eigene Gefahr.

Gründliche deutsche Vorgaben, es fehlt „Rasen betreten verboten“ und das mit den über 16jährigen Betreuern ist ungenügend geregelt, aber Ältere können ja auch von aussen übern Zaun betreuen.

Leuchtet alles ein, nur an Spielgeräten den Helm abnehmen? Wieso Helm, Fahrräder sind doch verboten und soviel ich weiss erstreckt sich die Helmflicht noch nicht auf den Strassengebrauch mit Beinen. Oder habe ich da was verpennt?

 

 

Fakten

Foto MandarinenHm, keine Ahnung wie ich das mache, aber die social Media-Algorithmen bestücken mich ununterbrochen mit den interessantesten Informationen.

Heute sind es vier Fakten zum Schnabeltier. Das Schnabeltier ist ein eierlegendes Säugetier, sieht noch genauso aus wie in der Kreidezeit, am Hinterbein ist ein fieser, giftiger Stachel und am Schnabel 40.000 Sensoren. Ach, und bei der Nahrungssuche unter Wasser lässt es die Augen zu.

Von der Kalorienanzahl passen in einen Döner 20 Mandarinen und just im Moment erreichen mich die Tipps gegen spröde Hände und drei Fakten zum Dachs gefolgt von einem „Knödelformgerät“. Jede Menge Infotainment, überwiegend zu Tieren, Klima, essen und Regenjacken. Hm, ich mag Tiere, aber Regenjacken? Letzteres könnte auch eine Verwechslung sein, weil grade kommt das zweite Rammstein-Video rein, ooch, im Moment lieber die «Ideen für altes Brot».

Werbung

LKW mit WerbungDer lokale Ackerbauer hat eine neue Werbung, siehe Foto. Hinten auf dem LKW steht „Hau mich in die Pfanne“ und über die ganze Breitseite liegt eine fein säuberlich angeschnallte Aubergine, gefällt mir gut.

Vorgestern bin ich hinter dem anderen LKW der gleichen Firma hergefahren, Schriftzug: „Ich bremse auch für Tomaten“!

Äh, ich nicht, ich bremse nicht für Gemüse, nee, eher nicht.