Hatta Fuck

Hatta fuck auf dem Boden geschriebenGestern war ich spazieren und auf dem Gehweg stand „Hatta Fuck“ mit Smiley, siehe Foto. Ich kenn nur Hatta-Yoga und wundere mich. Nach eingehender Betrachtung könnte es auch Haha Fuck heissen, ist das „Neudeutsch“ für Schadenfreude? Oder freut sich jemand, weil er jemanden Anderen in die Kiste gekriegt hat und es war nachts und er/sie/es war angeschickert?

Das erklärt den schlampigen Smiley und vielleicht hat er/sie/es nach dem Smiley doch noch die Umstände näher erklären wollen…..

 

Ischias

TastaturBis vor kurzem habe ich Ischias für eine griechische Insel gehalten, jetzt hab ich das. Die Physiotherapeutin fragt mich, unter anderem, nach meiner Sitzhaltung im Büro und „wie“ ich die Tastatur bediene. Ich frage „wie“ das gemeint ist, Tastatur bedienen? Ja, ob ich mehr, härter, häufiger mit der linken oder mit der rechten Hand anschlage. Hm. Keine Ahnung, aber seit neununddreissig Jahren schreibe ich acht Finger mit gucken. Und alles nur, weil unsere Schreibmaschinen-Berufsschullehrerin in den Achtziger-Jahren bei „Jutta aus USA“ krank geworden ist. Damals musste man eine ganze Seite „Jutta aus USA“ schreiben, danach konnte man U und A und T im Schlaf. Da sie nie mehr genesen ist und keine weiteren Schreibmaschinenkurse meinen Weg kreuzten, bin ich immer noch auf dem Stand: Jutta aus USA. Und jetzt hab ich Ischias…deswegen?

Liegend geschält

Prospekt mit SchwarzwurzelglasImmer wieder stolpere ich über Sachen, die mich verblüffen. Sagt man noch verblüffen? Oder ist das heute OMG (oh my god)?

Diesmal handelt es sich um ein Lebensmittel: „Schwarzwurzel – liegend geschält“. Liegend geschält. Zuerst freu ich mich über die Erleichterung für Obst-oder Spargel-Erntehelfer, die vielleicht nach der Obsternte liegend schälen dürfen, aber tut das nicht nach einer Weile an den Ellenbogen weh? Oder werden die Wurzeln zum schälen hingelegt? Aber Spargel wird ja auch „in der Hand liegend“ geschält und keiner spricht drüber…ich bin ratlos. Ich mach mich mal schlau und finde heraus, dass es sich um einen Indikator des EU-Verpackungsrechtes handelt und die Befüllung regelt. Also liegend geschält, da packen die einfach mehr rein und dann liegt das da gut eng rum.

Ende

EndeFilme anschauen ist eine meiner Leidenschaften. Neuerdings stolpere ich im Bonusmaterial häufiger auf „alternative“ Enden. Alternatives Ende, das schockt mich irgendwie. Wenn es Alternativen gibt, dann ist die Geschichte ja gar nicht echt! Und ist das nicht genau das, was gute Filme einem bieten? Entführung in eine andere Welt, analog zu unserer oder auch ganz woanders, aber dennoch linear existierend? Mit den Alternativen geht mir jedes Mal das „Ich bin ganz woanders“-Erlebnis kaputt, ich weiss schlagartig wieder, ach so, war ja nur ein Film, Schauspieler, die nur so tun als ob. Alles nur Ketchup, kein Blut.

Ich. Will. Das. Nicht. Wissen. Ich will ein feststehendes, unverrückbares Ende, das so ist, weil es genau so und nicht anders passiert ist!

…bitte….

Pastinaken

PastinakenMit Vergnügen geniesse ich das Multikulti-Angebot an Angestellten in unserem Biomarkt, es gibt immer was zu gucken. Ich find es toll, wenn an der Kasse eine volltätowierte 60jährige sitzt mit langen Haaren, offen und in rosa getragen. Und es ist entzückend wie die Asiatin an der Backtheke „Käsetörtchen“ ausspricht.

Meine Freundin und ich stehen also an der Kasse und meine Freundin fragt: Was sind Pastinaken eigentlich genau für ein Gemüse? Der nette junge Mann, mit grünem Haarpony, antwortet: Tut mir leid, das weiss ich nicht, ich komm aus der Kühlung. Ach, sag ich, wir kommen aus Freiburg.

Rebellion

Socken mit L und R für rechts und linksRebelliert habe ich schon lange nicht mehr so richtig, es lohnt sich selten und strengt irre an. Aber mal ehrlich, es fehlt mir. Ich könnte das sicher hochstricken und an der einen oder anderen militanten Demo mitmischen, aber vermutlich werde ich dreckig, krieg Haue und am Ende ziehe ich noch die Aufmerksamkeit gewaltbereiter Elemente auf mich.

Jetzt habe ich entdeckt, dass ich ähnlich rebellische Gefühle auch im Kleinen entwickle. Verwegenerweise ziehe ich die, mit L für Links und R für Rechts, markierten Sportsocken einfach an den jeweils verkehrten Fuss an und fühle mich sofort wie die kleine Schwester von Che Guevara.

Nachhaltig

Bunte Kuh aus KeramikDie Tochter einer Freundin macht mit mir für eine Schularbeit eine Umfrage zum Thema Milch. Schnell stelle ich fest, dass ich mir bis jetzt über Milchprodukte kaum den Kopf zerbrochen habe. Ob ich auf nachhaltige Herstellung achte? Nein, ich bin bislang nicht auf die Idee gekommen, dass so eine Kuh bei der Herstellung Ihrer Milchprodukte eventuell leidet. Bislang lege ich auch keinen Wert auf  Handmelken. Obwohl, man könnte die Erntehelfer im Winter ja zum melken einsetzen. Hm, aber dann sehen die ihre Familien ja gar nicht mehr.

Das alles fällt mir ein, als ich an einem Hähnchen-Wagen ein halbes Hähnchen kaufe und mir ein Schild „schlachtfrische Hähnchen“ auffällt. Voll im Hinterfragen-Modus frage ich den netten Mann „Wie ist das gemeint, schlachtfrisch?“ Er versteht noch nicht so viel Deutsch und zuckt mit den Achseln. Lebendig ist ja recht frisch, denke ich. Aber was wäre dann „nachhaltig schlachtfrisch“? Garantiert tot und das bleibt auch so, nachhaltiger geht es bisher meines Wissens nicht.

Fahrstuhl

Im frisch renovierten Fahrstuhl einer Tiefgarage steht jetzt „8 Personen oder  800kg“. Bemerkenswert. Früher waren es glaub ich 8 Pers. oder 500kg. Ich habe anhand der Angabe oft genug ausgerechnet wir schwer ich sein darf, endlich habe ich Luft nach oben und darf ganze 100kg wiegen, ein gesellschaftlicher Zwang weniger.

Allerdings hat besagter Fahrstuhl nur gefühlt 2qm, also mit gefährdeter europäischer Nähe-Toleranz passen mit Mühe vier Leute rein. Wieso also acht Personen? Standardschild für Fahrstuhlgrößen zwischen 2qm und 6qm? Zierliche Asiaten? Vielleicht mit ganz schweren Tieren auf der Schulter?

Angst

Packungsbeilage mit rotem YImmer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich mit der Hand durch meinen, etwas tiefer angeordneten, Briefkasten „wische“, gucken ob da noch etwas liegt. Im Anschluss denke ich: Wenn mir jetzt einer `ne Giftschlange da reingelegt hätte, ich wäre voll im Arsch.

Haben das andere Menschen auch? Zieht man nicht an wovor man Angst hat? Ich stehe zum Beispiel auf dem Bahnsteig und denke, wenn jetzt ein Zug einfährt und der Typ vor mir auf die Gleise springt, dann fliegt mir vielleicht sein abgerissenes Bein an den Kopf? Ich mache dann im Kopf dicke, rote Kreuze auf die Gedanken, das eliminiert hoffentlich den selbsterfüllenden Prophezeiungs-Anteil. Eine Heilpraktikerin hat mir mal gesagt, dass man die Nebenwirkungen einer Medikamenten-Packungsbeilage eliminieren kann, indem man dick mit rotem Filzstift ein rotes Y darauf malt. Also, ich mach das.