Schaufenster

Schaufenster ungünstig dekoriertEs gibt sie noch, Schaufenster des Grauens. Mir drängen sich Assoziationen auf wie 50ziger Jahre, DDR, Kunstblumen und selbst die halbtote Topfpflanze ist vorhanden, wohliges Relikt zwischen Hightech-Tempeln und bricked-wall, lean Gemütlichkeit. Erfrischend, dass es so was noch gibt.

PS: Ist jemand schon mal aufgefallen, dass in Topfpflanze zwei pf hintereinander kommen?

Schlüsselübergabe

HeilerdemaskeKommt der 8jährige Nachbarsjunge den Blumengiess-Schlüssel abholen, weil ich in Urlaub fahre. Soweit, so normal. Jetzt habe ich aber just in diesem Moment eine frische Heilerde-Maske im Gesicht und wäge daher stark ab, ob ich wohl öffnen soll?

Die Erwägung fällt zugunsten öffnen aus, sonst muss ich ja nochmal Kontakt suchen, um den Schlüssel loszuwerden. Ich entscheide mich für Augen auf und durch. Später erzählt mir die Nachbarin schmunzelnd, der Filius wäre leicht verstört nach Hause gekommen, weil……da war eine „Negerin“ zu Besuch.

Mitose

Geschlecht m/w/x„m/w/x“, es ist das erste Mal, dass ich es bewusst registriere und meine erste Reaktion ist: Hä?

Es ist eine Stellenanzeige und bestimmt bewerben sich jetzt alle Mischgeschlechter dort, die Xtras. Dabei stelle ich mir vor, wie es im Bewerbungsgespräch thematisiert wird, wie macht man das denn? Ach übrigens….., ich glaube das muss man nicht explizit sagen, oder doch? Muss man eigentlich dem Arbeitgeber überhaupt sagen, welches Geschlecht man hat? Stell Dir vor, ich habe einen Unisex-Namen, sehe aus wie ein Mann und man bezahlt mir aus Versehen zu viel? Also bei mir wirft das Fragen auf, ich lande da schnell bei Meiose und Mitose, was ich mir übrigens so gemerkt habe, bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung bleibt die Hose an = Mitose, bzw. mit Hose.

Darknet

schwarzes Bild
Das Darknet, eine seltene Aufnahme

Ich telefoniere mit meinem besten Freund und jammere den Weltuntergang herbei. Der Sommer war heiss, Klima und Flüsse kippen, Menschen, die Menschen vor dem Tod retten werden verklagt, die Geretteten wieder ins Meer geworfen und Fake News werden geglaubt. Ich überlege zu preppern, also mich auch auf den Supergau vorzubereiten, indem ich vermehrt Konserven kaufe und den Keller ausbau. Mein Freund, nennen wir ihn Müller, sagt: „Ich nehm dann ne Pille und bin weg“, er redet von geplantem Selbstmord. Jetzt kommen wir aber nur sehr schwer an Zyankali ran, also muss einer von uns wohl oder übel den Browser „TOR“ runterladen, dass wir ins Darknet kommen, da kriegt man ja alles, auch Pillen. Gut, wir spielen es durch, abgewickelt und aufgeräumt sitzen wir also in unserem Prepper-Keller, schlucken die Pille und dann ist das Zeug ein Fake aus Panama, schmeckt nach Minze und wir leben weiter. Da kann man nur hoffen, dass noch Hochhäuser stehen oder Züge fahren.

Der Goldhai

Goldfisch mit HaiflosseAm Wochenende lese ich unsere Sonntagszeitung und stolpere über diese Stellenanzeige, die mich zu folgender Überlegung inspiriert:

Hypothese 1: Sie bewerben sich bei uns und wenn wir Sie nehmen, dann machen wir aus Ihnen, Herr Goldfisch, einen echten Hai. Ist es erstrebenswert ein Hai zu sein? Muss ich mal drüber nachdenken.

Hypothese 2: Unsere Firma ist ein Goldfisch, der sich als Hai tarnt, wir sind demnach harmloser, als es auf den ersten Blick rüberkommt, Sie können sich ruhig bewerben, wir tun Ihnen nichts.

Hypothese 3: Die Chefin hat gesagt: Nimm doch das nette Bild mit dem Goldfisch, das von der Lehrstellenausschreibung, dann wirkt es nicht so trist.

Ich wollte es dann genau wissen und bin auf die Webseite der Firma, vielleicht gibt es ja eine nette Geschichte dazu, aber unter Menüpunkt „Jobs“ – page not found.

Quelle: Der Sonntag, Stellenanzeigen