Angst

Packungsbeilage mit rotem YImmer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich mit der Hand durch meinen, etwas tiefer angeordneten, Briefkasten „wische“, gucken ob da noch etwas liegt. Im Anschluss denke ich: Wenn mir jetzt einer `ne Giftschlange da reingelegt hätte, ich wäre voll im Arsch.

Haben das andere Menschen auch? Zieht man nicht an wovor man Angst hat? Ich stehe zum Beispiel auf dem Bahnsteig und denke, wenn jetzt ein Zug einfährt und der Typ vor mir auf die Gleise springt, dann fliegt mir vielleicht sein abgerissenes Bein an den Kopf? Ich mache dann im Kopf dicke, rote Kreuze auf die Gedanken, das eliminiert hoffentlich den selbsterfüllenden Prophezeiungs-Anteil. Eine Heilpraktikerin hat mir mal gesagt, dass man die Nebenwirkungen einer Medikamenten-Packungsbeilage eliminieren kann, indem man dick mit rotem Filzstift ein rotes Y darauf malt. Also, ich mach das.

Radiowecker 2

Anzeige RadioweckerWie Ihr vom 21.01. bereits wisst, tue ich mich schwer mit Radioweckern. Kürzlich bin ich los, Nachschub kaufen. Es bleibt schwer, viele Radiowecker spielen Musik unter der Dusche und können Salto rückwärts, dafür wecken sie auch am Wochenende und sind so gross, dass sie nicht mehr auf den Nachttisch passen. Ausserdem sind sie vom Aussterben bedroht, Videorecorder und Kassettendecks sind ja schon weg. Kürzlich werde ich gefragt „Wieso benützt du nicht das Handy?“ Weil ich mehr Vertrauen habe in Festinstallationen!!!!!

Schliesslich entscheide ich mich für ein Modell mit acht (!) Anzeige-Farben und inkludiertem Dimmer. Zu Hause fällt meine Farbwahl auf ein nettes beige-gelb. Dann die Feststellung: Der Kontrast zwischen der Zahl und dem Hintergrundbeleuchtung ist sehr schwach, gedimmt noch schwächer. Auch bei Farbwechsel. Sobald ich zwei Meter weg bin, kann ich die Uhrzeit nicht mehr erkennen, alles verschwimmt. Gut dass der Nachttisch so nah ist. Mir kann man es echt nicht Recht machen!

Fischaufkleber

Autoaufkleber Fisch frisst FischVor mir an der Ampel hält ein alter, türkiser Polo. Am Steuer sitzt eine Frau mittleren Alters, nennen wir sie mal Gerlinde, sie macht einen patenten Eindruck. So eine wie ich sie in Qi Gong- Kursen antreffe oder gelegentlich auch mal beim Filzen.

Jetzt hat sie einen Raubfisch-frisst-Fisch-Aufkleber hinten auf dem Auto. Der Fisch symbolisiert eine christliche Gesinnung, soweit bekannt. Demnach ist sie nicht nur unauffällig gläubig oder Atheist (kein Fischaufkleber), sondern militant antireligiös, wow, die traut sich was. Da ich mich mit der religiösen Thematik nicht soo gut auskenne, lese ich das nach. Ihr Fisch- frisst-Fisch-Aufkleber ist darwinistischer Natur, Darwin als Gegner des religiösen Fundamentalismus spottet seinen Widersachern. Oh Mann, da habe ich Gerlinde aber massiv unterschätzt.

Bewegungsmelder

Foto einer ToiletteInzwischen gibt es immer mehr Räumlichkeiten, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind, ich ertappe mich des Öfteren beim hüpfen und wedeln zum Zwecke einer Türöffnung. Kürzlich ist mir das Folgende auf einer Gaststätten-Toilette passiert: Da ich mich nicht auf fremde Toiletten setze, bugsiere ich mich möglichst abstandsnah mittig in die Luft. Dabei gehe ich ordentlich in die Vorbeuge, sonst wird das sehr anstrengend für die Oberschenkel. Mit der Vorbeuge bin ich „unter den Radar“ des Bewegungsmelders geraten und zack, hänge ich im Dunkeln. Jetzt mach das mal, in der Vorbeuge hängen, Röcke raffen, die Schüssel treffen, mit den Armen nach oben wedeln und gleichzeitig nach dem Clopapier hangeln……