Ende

EndeFilme anschauen ist eine meiner Leidenschaften. Neuerdings stolpere ich im Bonusmaterial häufiger auf „alternative“ Enden. Alternatives Ende, das schockt mich irgendwie. Wenn es Alternativen gibt, dann ist die Geschichte ja gar nicht echt! Und ist das nicht genau das, was gute Filme einem bieten? Entführung in eine andere Welt, analog zu unserer oder auch ganz woanders, aber dennoch linear existierend? Mit den Alternativen geht mir jedes Mal das „Ich bin ganz woanders“-Erlebnis kaputt, ich weiss schlagartig wieder, ach so, war ja nur ein Film, Schauspieler, die nur so tun als ob. Alles nur Ketchup, kein Blut.

Ich. Will. Das. Nicht. Wissen. Ich will ein feststehendes, unverrückbares Ende, das so ist, weil es genau so und nicht anders passiert ist!

…bitte….

Pastinaken

PastinakenMit Vergnügen geniesse ich das Multikulti-Angebot an Angestellten in unserem Biomarkt, es gibt immer was zu gucken. Ich find es toll, wenn an der Kasse eine volltätowierte 60jährige sitzt mit langen Haaren, offen und in rosa getragen. Und es ist entzückend wie die Asiatin an der Backtheke „Käsetörtchen“ ausspricht.

Meine Freundin und ich stehen also an der Kasse und meine Freundin fragt: Was sind Pastinaken eigentlich genau für ein Gemüse? Der nette junge Mann, mit grünem Haarpony, antwortet: Tut mir leid, das weiss ich nicht, ich komm aus der Kühlung. Ach, sag ich, wir kommen aus Freiburg.

Rebellion

Socken mit L und R für rechts und linksRebelliert habe ich schon lange nicht mehr so richtig, es lohnt sich selten und strengt irre an. Aber mal ehrlich, es fehlt mir. Ich könnte das sicher hochstricken und an der einen oder anderen militanten Demo mitmischen, aber vermutlich werde ich dreckig, krieg Haue und am Ende ziehe ich noch die Aufmerksamkeit gewaltbereiter Elemente auf mich.

Jetzt habe ich entdeckt, dass ich ähnlich rebellische Gefühle auch im Kleinen entwickle. Verwegenerweise ziehe ich die, mit L für Links und R für Rechts, markierten Sportsocken einfach an den jeweils verkehrten Fuss an und fühle mich sofort wie die kleine Schwester von Che Guevara.

Nachhaltig

Bunte Kuh aus KeramikDie Tochter einer Freundin macht mit mir für eine Schularbeit eine Umfrage zum Thema Milch. Schnell stelle ich fest, dass ich mir bis jetzt über Milchprodukte kaum den Kopf zerbrochen habe. Ob ich auf nachhaltige Herstellung achte? Nein, ich bin bislang nicht auf die Idee gekommen, dass so eine Kuh bei der Herstellung Ihrer Milchprodukte eventuell leidet. Bislang lege ich auch keinen Wert auf  Handmelken. Obwohl, man könnte die Erntehelfer im Winter ja zum melken einsetzen. Hm, aber dann sehen die ihre Familien ja gar nicht mehr.

Das alles fällt mir ein, als ich an einem Hähnchen-Wagen ein halbes Hähnchen kaufe und mir ein Schild „schlachtfrische Hähnchen“ auffällt. Voll im Hinterfragen-Modus frage ich den netten Mann „Wie ist das gemeint, schlachtfrisch?“ Er versteht noch nicht so viel Deutsch und zuckt mit den Achseln. Lebendig ist ja recht frisch, denke ich. Aber was wäre dann „nachhaltig schlachtfrisch“? Garantiert tot und das bleibt auch so, nachhaltiger geht es bisher meines Wissens nicht.

Fahrstuhl

Im frisch renovierten Fahrstuhl einer Tiefgarage steht jetzt „8 Personen oder  800kg“. Bemerkenswert. Früher waren es glaub ich 8 Pers. oder 500kg. Ich habe anhand der Angabe oft genug ausgerechnet wir schwer ich sein darf, endlich habe ich Luft nach oben und darf ganze 100kg wiegen, ein gesellschaftlicher Zwang weniger.

Allerdings hat besagter Fahrstuhl nur gefühlt 2qm, also mit gefährdeter europäischer Nähe-Toleranz passen mit Mühe vier Leute rein. Wieso also acht Personen? Standardschild für Fahrstuhlgrößen zwischen 2qm und 6qm? Zierliche Asiaten? Vielleicht mit ganz schweren Tieren auf der Schulter?