Stoffwechseltropfen

Foto eines FläschchensAb und zu begegnen mir Sachen, da denk ich, das ist jetzt mal ein super Zeug. So geht es mir mit den homöopathischen Tropfen, die den Stoffwechsel anregen und die ich seit Monaten in meine Wasserkaraffe kippe. Ich argwöhne, dass ich die nie mehr absetzen kann, weil mein Stoffwechsel dann gänzlich zum erliegen kommt.

Manchmal ertappe ich mich bei der Überlegung, was mach ich, wenn es Krieg gibt und alle Apotheken sind geschlossen? Naja, vermutlich brauche ich dann keine stoffwechselanregenden Substanzen mehr, so ein Krieg ist ja ein ziemlicher Stress.

Alarm

nur grau
Alltagsgrau

Nachdem ich das ganze Wochenende in der, im Nachhinein unbegründeten, Angst verbracht habe, dass das angekündigte Einschreiben schon wieder ein sauteurer Strafzettel ist, und ich dann am Samstag auch noch im Galopp vom Pferd gefallen bin, sehnte ich mich zutiefst nach etwas mehr Alltagsgrau.

Zur Entspannung bin ich ins Schwimmbad gegangen. Nach nur vier Bahnen ging die Sirene los, Feueralarm, Schulkinder und Babyschwimmen, alles raus und bitte sammeln in den Fluren. Da es kalt war, haben sie erst Handtücher verteilt und uns dann nebenan im Saunabereich abgestellt.

Dort erfolgte dreimal hintereinander die Durchsage: «Achtung, Achtung, besonders auch an die Kinder, Achtung, es kann sein, dass Sie auf nackte Menschen treffen. Das ist okay, die dürfen hier nackt sein, weil das hier ist ein Saunabereich.»

Berufsqualifikation

WappenMein Physiotherapeut hat starke Hände und bringt ausgezeichnete Qualifikationen als Würger mit. Dank schwarzem Humor haben wir herzlich darüber gelacht, aber eigentlich ist es nicht von der Hand zu weisen. Als möglichen Arbeitgeber stelle ich mir das Militär vor, vielleicht auch nur auf Workshop-Ebene. Wie würge ich schnell und nachhaltig? Nur nicht „verwürgen“ und als theoretischen Teil: „Atemwege – von der Funktion zur Dysfunktion“. Jederzeit erweiterbar durch „Erhängen leicht gemacht“ oder „Die häufigsten Fehler beim vorgetäuschten Erhängen“. Letzteres beinhaltet dann unbedingt den einzuhaltenden Abstand des aufgestellten Stuhles zu den Füssen der Leiche….jetzt komme ich in Fahrt, aber hallo….

Müllschleuse

Muellkarte fuer MuellschleuseUnser Haus besitzt eine Müllschleuse und hierfür gibt es eine Karte. Die hebt man vor die Müllschleuse und die Klappe öffnet sich, jedes Öffnen kostet. Da meine Karte nach Jahrzehnten in Gebrauch ziemlich verschlunzt ist und bei Regenwetter erst nach gefühlt 17 Anläufen öffnet, wollte ich mir eine Neue besorgen.

Ich schreibe an die Abfallwirtschaft und schildere mein Anliegen. Einen Tag später schreibt mir das Service-Team: Schicken Sie uns Ihre Karte bitte ein, wir prüfen sie und senden Ihnen dann eventuell eine Neue. Hm. Ich schreibe wieder und erkläre: „Selbst unter günstigsten Umständen stehe ich 1-2 Wochen ohne Karte da, wohin tue ich denn in der Zeit den Müll? Vielleicht sollte ich die Karte lieber behalten bis sie auseinander fällt?“. Wieder einen Tag später die nette Nachricht vom Service Team: „In Ordnung, wir akzeptieren Ihre Entscheidung die Karte zu behalten.“ So nett.

Superhelden

Foto mit Abb. Pralinato Eis
Keine Kaufempfehlung – ich stehe dem herstellenden Konzern kritisch gegenüber

Wir sind unter Freundinnen miteinander essen und die Rede kommt auf Schokolade und Eiscreme, was ich nicht mitbekomme. Eine von ihnen liebt das Eis „Pralinato“ (www.frisco.ch). Die Damen unterhalten sich darüber, ich kehre nach kurzer geistiger Abwesenheit zum Gespräch zurück und wundere mich, weil ich die ganze Zeit nur „Pralinator“ verstehe. Meine Gedanken wandern eindeutig in die „peptalk – adult only“-Ecke (nur für Erwachsene). Und innendrin wäre eine Praline, häh, im Vibrator, wozu denn das und schmilzt die da nicht und wozu soll denn das gut sein?

Also vielleicht doch ein mir unbekannter Superheld? Ich mache die Supermann-Geste, den Flugarm mit Faust. Da wird den anderen klar, dass ich null Durchblick habe, was haben wir gelacht.

Navigation

Foto vom NavigationsgerätIn einem TV-Tagesmagazin kam ein Bericht über Jemanden, der mit einem Auto eine Treppe runter gefahren ist, weil das Navigationsgerät gesagt hat „links abbiegen“. Mir ist das auch schon passiert, also nicht mit Treppe, aber mitten auf der Autobahn sagt das Navi plötzlich „rechts abbiegen“. Ich habe es dann nicht gemacht, vermutlich war bei mir die Strecke übersichtlicher. Und weil mein Gehirn gesagt hat „Nein, da ist keine Strasse, das machst Du jetzt nicht“.

Ich denke noch selbst bzw. kann selbst denken, was ich, zugegeben, auch nicht immer möchte. Das wäre doch auch mal eine Partei, SD, Selber Denker oder SDNR, Selber Denker Nicht Religiös. Wobei letzteres klingt Religion ablehnend, das will ich so auch nicht, wie wäre es mit URSD Unabhängig Religiös Selbst Denkend, klingt aber ein bisschen nach UDSSR. Also andersherum SDUR, wie wenn ein Finne „stur“ sagt, das passt dann auch wieder zu meinem Charakter.

Murmeln

Eine Murmel mit Schlumpf draufVor einiger Zeit war ich tanken und stehe an der Kasse, fragt mich die Frau hinter der Kasse: „Sammeln Sie Schlumpfmurmeln?“, „Wie bitte?“, „Ob Sie Schlumpfmurmeln sammeln?“, „Oh, ja gerne.“ Und ich bekomme tatsächlich eine blaue Murmel mit einem rotgesichtigen Schlumpf darauf.

Ich bin angefixt, also der „rote“ Schlumpf ist ja vermutlich der „Wut“-Schlumpf. Den lege ich mal ins Auto, tanke aber das nächste Mal bewusst wieder dort und erhalte meine zweite Schlumpfmurmel, diesmal ist der Schlumpf korrekt blau mit roter Mütze. Ich wollte mich wirklich in die Schlumpfthematik einlesen und weitersammeln, aber dann wurde die Tankstelle abgerissen und ich steh jetzt echt dumm da.

Ketchup

WaldwegEs war Sonntag und mir war das (der?) Ketchup ausgegangen. Am gleichen Nachmittag bin ich mit Freund Müller spazieren, der mir grosszügig seinen Rest-Ketchup mitbrachte. So war ich den ganzen gemeinsamen Spaziergang mit der Ketchup-Flasche unterwegs.

Mal angenommen man hätte uns auf dem Waldweg ermordet, dann ist durchaus denkbar, dass es in einer zukünftigen Kriminal-TV-Sendung heisst: “Bislang nicht hinlänglich geklärt werden konnte der Umstand, weshalb die weibliche Geschädigte eine angebrochene Flasche  Ketchup mit sich führte.”

Ischias

TastaturBis vor kurzem habe ich Ischias für eine griechische Insel gehalten, jetzt hab ich das. Die Physiotherapeutin fragt mich, unter anderem, nach meiner Sitzhaltung im Büro und „wie“ ich die Tastatur bediene. Ich frage „wie“ das gemeint ist, Tastatur bedienen? Ja, ob ich mehr, härter, häufiger mit der linken oder mit der rechten Hand anschlage. Hm. Keine Ahnung, aber seit neununddreissig Jahren schreibe ich acht Finger mit gucken. Und alles nur, weil unsere Schreibmaschinen-Berufsschullehrerin in den Achtziger-Jahren bei „Jutta aus USA“ krank geworden ist. Damals musste man eine ganze Seite „Jutta aus USA“ schreiben, danach konnte man U und A und T im Schlaf. Da sie nie mehr genesen ist und keine weiteren Schreibmaschinenkurse meinen Weg kreuzten, bin ich immer noch auf dem Stand: Jutta aus USA. Und jetzt hab ich Ischias…deswegen?

Ende

EndeFilme anschauen ist eine meiner Leidenschaften. Neuerdings stolpere ich im Bonusmaterial häufiger auf „alternative“ Enden. Alternatives Ende, das schockt mich irgendwie. Wenn es Alternativen gibt, dann ist die Geschichte ja gar nicht echt! Und ist das nicht genau das, was gute Filme einem bieten? Entführung in eine andere Welt, analog zu unserer oder auch ganz woanders, aber dennoch linear existierend? Mit den Alternativen geht mir jedes Mal das „Ich bin ganz woanders“-Erlebnis kaputt, ich weiss schlagartig wieder, ach so, war ja nur ein Film, Schauspieler, die nur so tun als ob. Alles nur Ketchup, kein Blut.

Ich. Will. Das. Nicht. Wissen. Ich will ein feststehendes, unverrückbares Ende, das so ist, weil es genau so und nicht anders passiert ist!

…bitte….

Rebellion

Socken mit L und R für rechts und linksRebelliert habe ich schon lange nicht mehr so richtig, es lohnt sich selten und strengt irre an. Aber mal ehrlich, es fehlt mir. Ich könnte das sicher hochstricken und an der einen oder anderen militanten Demo mitmischen, aber vermutlich werde ich dreckig, krieg Haue und am Ende ziehe ich noch die Aufmerksamkeit gewaltbereiter Elemente auf mich.

Jetzt habe ich entdeckt, dass ich ähnlich rebellische Gefühle auch im Kleinen entwickle. Verwegenerweise ziehe ich die, mit L für Links und R für Rechts, markierten Sportsocken einfach an den jeweils verkehrten Fuss an und fühle mich sofort wie die kleine Schwester von Che Guevara.

Nachhaltig

Bunte Kuh aus KeramikDie Tochter einer Freundin macht mit mir für eine Schularbeit eine Umfrage zum Thema Milch. Schnell stelle ich fest, dass ich mir bis jetzt über Milchprodukte kaum den Kopf zerbrochen habe. Ob ich auf nachhaltige Herstellung achte? Nein, ich bin bislang nicht auf die Idee gekommen, dass so eine Kuh bei der Herstellung Ihrer Milchprodukte eventuell leidet. Bislang lege ich auch keinen Wert auf  Handmelken. Obwohl, man könnte die Erntehelfer im Winter ja zum melken einsetzen. Hm, aber dann sehen die ihre Familien ja gar nicht mehr.

Das alles fällt mir ein, als ich an einem Hähnchen-Wagen ein halbes Hähnchen kaufe und mir ein Schild „schlachtfrische Hähnchen“ auffällt. Voll im Hinterfragen-Modus frage ich den netten Mann „Wie ist das gemeint, schlachtfrisch?“ Er versteht noch nicht so viel Deutsch und zuckt mit den Achseln. Lebendig ist ja recht frisch, denke ich. Aber was wäre dann „nachhaltig schlachtfrisch“? Garantiert tot und das bleibt auch so, nachhaltiger geht es bisher meines Wissens nicht.