Tusnelda

NagellackeFrag ich mich doch letztens woher der Begriff Tussi kommt, von Tusnelda? Es könnte natürlich auch aus dem lateinischen kommen und das weibliche Äquivalent zu Torero sein. Oder eine Mischung aus Opossum, Tunnelblick mit Querverweis aufs Nagellack-Regal?

Da habe ich doch geschwind mal nachgeguckt und Tusnelda stammt von der althochdeutschen Thusnelda ab, von thurs (Riese) und hiltja (Kampf). Bekannte Leute gibt es dazu keine, beliebt war der Name nie und Nagellack gab es vermutlich auch noch nicht. Tussi selbst ergibt keinen Treffer in der Namensbank, aber jetzt kenn’ ich mich aus.

Fragen

Foto aus Flugzeug mit WolkenIm Flugzeug, beim Landeanflug nach Dublin fliegen wir durch dichte Wolken und minutenlang ist draussen alles nur weiss. In der Reihe hinter mir fragt ein Junge etwas vorwurfsvoll: „Wo ist denn jetzt Gott?“, die Mutter antwortet: „Weiter weg“, der Bub insistiert: „Wooo?“, die Mutter: „Da wo die Sonne scheint“. Der Kleine seufzt erleichtert auf: „Ach so, der wohnt  in Spanien!“

Macher

Bild mit CocktailIch werde Zeuge folgender Unterhaltung zwischen einem Café-Besitzer und einem Gast. Sagt der Café-Besitzer: „Ja, das mit den Mixgetränken, das machen wir jetzt halt, das ist jetzt modern.“ Sagt der Gast: „Also ich mach ja immer was mein Vater sagt und mein Vater sagt: Mach nichts“.

Storchenpisse

Storch auf WieseIch warte in einem Gartenlokal auf eine Freundin und gucke so in der Gegend herum. Auf dem Kirchturm ist ein Storchennest und Storchs sind daheim. Jetzt hat es 35 Grad im Schatten und das Nest befindet sich völlig ungeschützt in der prallen Sonne. Das bringt mich zu der Überlegung, ob so ein Storch denn keinen Hitzschlag kriegt?

Natürlich habe ich mich kundig gemacht und es ist so: Einerseits fächeln die Störche sich mit dem „Kehlsack“ selbst Luft zu und andererseits pinkeln sie sich weissen Urin auf die Beine, der trocknet, wirkt kühlend und ist Wärme abweisend. Durch die Blutzirkulation gelangt das so gekühlte Blut wieder in den Restvogel. Sodele, wieder was gelernt.

Eschensterben

Bild einer Esche mit vielen SamenIn meinem Garten steht ein Baum, eine Esche, die ich sehr liebe. Im Sommer hat der Baum viele kahle Äste und produziert sehr viele Samenkapseln. Hm? In solchen eher unbedeutenden Fällen klappt die Antwort-Bestellung ans Universum zügig und am Wochenende ist ein „Eschen“-Artikel in der Sonntagszeitung. Sie erklären, dass die trockenen Sommer die Bäume stressen, weil der Grundwasserspiegel sinkt und gerade die blättrigen Bäume aufpassen, dass sie nicht zu viel Feuchtigkeit über die Haut, äh, die Blätter verlieren. Um dem Sterben vorzubeugen, produzieren sie ganz viele „Babies“, also Samen, zur Nach“wuchs“-Sicherung, das stresst den Baum dann zusätzlich.

Himmel, wie viel Wasser braucht denn so ein Baum? Ich giesse ihn jetzt. Gestern bin ich nach Einbruch der Dunkelheit im Nachthemd rausgeschlichen und habe meine Esche umarmt, ich hoffe das hilft auch ein bisschen.

Liegend geschält

Prospekt mit SchwarzwurzelglasImmer wieder stolpere ich über Sachen, die mich verblüffen. Sagt man noch verblüffen? Oder ist das heute OMG (oh my god)?

Diesmal handelt es sich um ein Lebensmittel: „Schwarzwurzel – liegend geschält“. Liegend geschält. Zuerst freu ich mich über die Erleichterung für Obst-oder Spargel-Erntehelfer, die vielleicht nach der Obsternte liegend schälen dürfen, aber tut das nicht nach einer Weile an den Ellenbogen weh? Oder werden die Wurzeln zum schälen hingelegt? Aber Spargel wird ja auch „in der Hand liegend“ geschält und keiner spricht drüber…ich bin ratlos. Ich mach mich mal schlau und finde heraus, dass es sich um einen Indikator des EU-Verpackungsrechtes handelt und die Befüllung regelt. Also liegend geschält, da packen die einfach mehr rein und dann liegt das da gut eng rum.

Fischaufkleber

Autoaufkleber Fisch frisst FischVor mir an der Ampel hält ein alter, türkiser Polo. Am Steuer sitzt eine Frau mittleren Alters, nennen wir sie mal Gerlinde, sie macht einen patenten Eindruck. So eine wie ich sie in Qi Gong- Kursen antreffe oder gelegentlich auch mal beim Filzen.

Jetzt hat sie einen Raubfisch-frisst-Fisch-Aufkleber hinten auf dem Auto. Der Fisch symbolisiert eine christliche Gesinnung, soweit bekannt. Demnach ist sie nicht nur unauffällig gläubig oder Atheist (kein Fischaufkleber), sondern militant antireligiös, wow, die traut sich was. Da ich mich mit der religiösen Thematik nicht soo gut auskenne, lese ich das nach. Ihr Fisch- frisst-Fisch-Aufkleber ist darwinistischer Natur, Darwin als Gegner des religiösen Fundamentalismus spottet seinen Widersachern. Oh Mann, da habe ich Gerlinde aber massiv unterschätzt.

Longbob

HaareIch habe gelesen „Der Long-Bob macht schlank“. Der Long-Bob ist eine Frisur. Die Haare ungefär kinnlang und „long“ für ein wenig länger und ganz vorne herum eine etwas längere Strähne. Meine Feststellung: Essen  und/oder schlank sein entwickeln sich auseinander. Angefangen hat es mit den vielen Diäten, gefolgt von der Fitnesswelle, beides nach wie vor umsatzstark. Das bleibt voraussichtlich auch so, da umgekehrt proportional unsere Nahrung nicht mehr das ist was sie mal war.

Trotz Industrie kenne ich niemand, der dem allseits propagierten Hochglanz-Schönheitsideal entspricht. Okay, ich zumindest kriege es nicht hin. Da kommt der „Long-Bob“ natürlich gerade recht. Blink Blink Wachstumsmarkt, Produkte die schlank machen und man darf essen was man will, tolle Sache!

 

Friedfertig

eine Kartoffel mit lächeldem Gesicht, eine neutralAn einem Wochenende war ich bei meinem Vater und treffe dort die Schwiegertochter seiner zweiten Frau. Besagte arbeitet im Bio-Anbau. Bis zu dem Moment wusste ich nichts von Kartoffeln aus „friedfertigem Anbau“. Ich weiss von Milchbauern, die ihre Kühe massieren, aber besonders friedliche Kartoffeln?

Oder Brudereier? Brudereier sind Eier von Hühnern, die noch Brüder haben, zumindest kurz. Normalerweise werden die Jungs nach dem Schlüpfen gleich umgebracht, weil sie keine Eier legen. Ist die Aufzucht der Brüder zum späteren Verzehr eigentlich nicht rentabel? Egal, diese besonderen Menschen lassen sie auf jeden Fall leben und dann haben die Arbeitshennen Brüder! Daher Brudereier. Ich habe auch einen Bruder, der lebt.

Mitose

Geschlecht m/w/x„m/w/x“, es ist das erste Mal, dass ich es bewusst registriere und meine erste Reaktion ist: Hä?

Es ist eine Stellenanzeige und bestimmt bewerben sich jetzt alle Mischgeschlechter dort, die Xtras. Dabei stelle ich mir vor, wie es im Bewerbungsgespräch thematisiert wird, wie macht man das denn? Ach übrigens….., ich glaube das muss man nicht explizit sagen, oder doch? Muss man eigentlich dem Arbeitgeber überhaupt sagen, welches Geschlecht man hat? Stell Dir vor, ich habe einen Unisex-Namen, sehe aus wie ein Mann und man bezahlt mir aus Versehen zu viel? Also bei mir wirft das Fragen auf, ich lande da schnell bei Meiose und Mitose, was ich mir übrigens so gemerkt habe, bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung bleibt die Hose an = Mitose, bzw. mit Hose.

Fruchtfliegenhappening

Fruchtfliegen tot im EierbecherHeute Morgen im Radio bewerben sie eine Quiz-Sendung mit „Wussten Sie schon, dass Fruchtfliegenmänner mehr Alkohol trinken, wenn sie kein Weibchen finden!?“ Gleich schießt mir die Frage durch den Kopf: Wie kommt so ein Fruchtfliegenmann denn an Alkohol? Naja, zumindest in meiner Küche ist das einfach. Eine Freundin hat mir geraten einen Eierbecher mit Wein in die Küche zu stellen, das mögen die Fruchtfliegen.

Da ich das auch mag, und mir die Methode sehr human (heißt es bei Tieren auch human?) erschien, ersaufen meine Fruchtfliegen jetzt unisex und sturzbetrunken im angebotenen Getränk. Kleiner Nachteil, zuvor hatte ich nur vereinzelt Fruchtfliegen, nach Bekanntwerden des gebotenen Happenings werden es mehr und mehr. Ich erwäge sogar einen zweiten Eierbecher.