Lebensrätsel

Autoschlüssel, unterste Funktion Kofferraum öffnenSeit ich dieses Auto habe, sagt es mir vor der Fahrt alle naselang im Display «Kofferraum offen». Naja, es sagt viel, aber ich wundere mich und kontrolliere, ob der Kofferraum richtig schliesst und mache fortan aus dem Kofferraumdeckel eine Achtsamkeitsübung. Hilft wenig, mindestens einmal die Woche «Kofferraum offen». Hm.

Heute habe ich es gelöst, guckt mal auf den Schlüssel, ich drücke bei «zu» gleichzeitig «Kofferraum öffnen, weil ich Wurstfinger habe…..

Indianer

IndianerkinderfotoAufgewachsen mit „Echter Indianer kennt keinen Schmerz“ bin ich in der Lage fast alle Zipperlein oder Regungen gekonnt zurück ins Nirwana zu drücken. Robust sein war lange Zeit „in“. Nun, das Blatt wendet und wir „fühlen“ wieder. Alles!

Gut, ich trainiere Körperübungen, lerne mich wieder fühlen und nach einigen Jahren, also jetzt, fühle ich mich wieder. Einerseits bekomme ich inzwischen mal Lust auf Auberginen, weil sie vermutlich einen Inhaltsstoff transportieren, den mein Körper dringend braucht, andererseits tut es auch wieder weh, wenn es weh tut.

DAS sagt einem vorher natürlich keiner und im kleingedruckten stand auch nichts. Jetzt habe ich den Salat! Volle Kanne gefangen zwischen Achtsamkeit und leck mich!

Keese

KaesescheibeWarum sprechen Eltern im Supermarkt mit ihren kleinen Kindern so laut, dass ich zwangsanteilnehme? Damit ich bemerke wie toll das Kind ist? Oder wie toll die Mama eine Mama ist? Derweil geht der Papa vor der Kühltheke mit den Worten in die Knie: „Schau mal Emilie-Sophie, das ist Käse! Sag Keeeese!“ Emilie-Sophie bleibt stumm und steht ebenso unbeeindruckt wie konsequent meinem Einkaufswagen im Weg.

So begleitet Emilie-Sophie meinen Einkauf auf Augenhöhe mit dem Einkaufswagen und ringt mir ununterbrochen erhöhte Achtsamkeit ab. Nach Feierabend finde ich es eher anstrengend, aber Ärger mit einem Komplettelternpaar weil ich das Kind umfahre, lieber nicht. Sei´s drum, ich kaufe unter anderem ein paar Bier und der junge Mann an der Kasse wirft mir einen „Alkohol-Alterskontrollblick“ zu, der mich im Handumdrehen versöhnt.