Monster

Foto MonsterAls Teenie habe ich gelernt, dass ein forsches Auftreten Schädlinge fernhält und mir einiges an ungebetener Belästigung erspart. Heute bin ich ein Monster.

Letzthin bin ich auf dem Heimweg schnell in den Einkaufsmarkt gesprungen. An der Kasse packe ich energisch mein Zeug in Tüten und sehe aus dem Augenwinkel zwei Mädchen, die für die Klassenfahrt sammeln. Ich spende ihnen fünf Euro und höre im Weggehen, dass sie die Nächste fragen, ob sie beim Einpacken helfen dürfen. Umpf, bei mir haben sie sich nicht getraut fragen.

Obwohl, es gibt Ausnahmen, wenn ich beim Schwimmen gehen in der Damendusche mit den kleineren Buben konfrontiert werde, die glotzen mir ungeniert auf die Brüste bis die Mama sie wegzieht, nur Kommentare können sie noch keine.

Pastinaken

PastinakenMit Vergnügen geniesse ich das Multikulti-Angebot an Angestellten in unserem Biomarkt, es gibt immer was zu gucken. Ich find es toll, wenn an der Kasse eine volltätowierte 60jährige sitzt mit langen Haaren, offen und in rosa getragen. Und es ist entzückend wie die Asiatin an der Backtheke „Käsetörtchen“ ausspricht.

Meine Freundin und ich stehen also an der Kasse und meine Freundin fragt: Was sind Pastinaken eigentlich genau für ein Gemüse? Der nette junge Mann, mit grünem Haarpony, antwortet: Tut mir leid, das weiss ich nicht, ich komm aus der Kühlung. Ach, sag ich, wir kommen aus Freiburg.

Keese

KaesescheibeWarum sprechen Eltern im Supermarkt mit ihren kleinen Kindern so laut, dass ich zwangsanteilnehme? Damit ich bemerke wie toll das Kind ist? Oder wie toll die Mama eine Mama ist? Derweil geht der Papa vor der Kühltheke mit den Worten in die Knie: „Schau mal Emilie-Sophie, das ist Käse! Sag Keeeese!“ Emilie-Sophie bleibt stumm und steht ebenso unbeeindruckt wie konsequent meinem Einkaufswagen im Weg.

So begleitet Emilie-Sophie meinen Einkauf auf Augenhöhe mit dem Einkaufswagen und ringt mir ununterbrochen erhöhte Achtsamkeit ab. Nach Feierabend finde ich es eher anstrengend, aber Ärger mit einem Komplettelternpaar weil ich das Kind umfahre, lieber nicht. Sei´s drum, ich kaufe unter anderem ein paar Bier und der junge Mann an der Kasse wirft mir einen „Alkohol-Alterskontrollblick“ zu, der mich im Handumdrehen versöhnt.